28. Deutsche Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2011

Von Peter Bauer.

Spiellokal war das Auer Kulturhaus

Spiellokal war das Auer Kulturhaus

Nach unserer Ankunft in Schema wurden wir dort auch schon recht freudig begrüßt.

Wir sollten unsere 2 Doppelzimmer doch bitte sofort beziehen. Auf unseren Einwand, wir hätten doch auch 2 Einzelzimmer bestellt, meinte die Inhaberin das geht nun nicht mehr es gibt nur noch 2 Doppelzimmer.

Und überhaupt der Herr Hildebrandt… (das ist der Ausrichter des Blitzturniers in Aue). Mit dem hatten wir eigentlich gar nichts am Hut. Die Remager Spieler hatten anscheinend das halbe Hotel gebucht und wieder storniert. Dafür konnten wir auch nichts.

Nachdem es etwas später noch Schwierigkeiten beim Bestellen der Getränke gab – der Inhaber erklärte gerade Bodo und Karsten in lautstarkem Ton „wir sollten doch bitte zuerst die Zimmer beziehen, bevor wir etwas zu Trinken bestellen“, beschlossen wir ein anderes Hotel zu suchen. Die Inhaber hier waren ziemlich negativ drauf und hatten wohl schlechte Erfahrungen mit Schachspielern gemacht.

Der Platz beim Hotel Sachsenhof heißt übrigens bezeichnenderweise Zechenplatz!

In Aue im Hotel blauer Engel waren schon alle Zimmer belegt. Dort bekamen wir 2 Telefonnummern von Hotels in der Nähe.

Eines davon, das Hotel Neustätter Hof in Schwarzenberg, hatte noch 3 Zimmer für uns frei. Dort wurden wir auch in normalem, freundlichen Ton empfangen. Wir bekamen also die bestellten 2 Einzel und ein Doppelzimmer.

Den wie man bei Hartston nachlesen kann das ist nicht selbstverständlich: „Titellose Spieler: Der Wettkämpfer, der den Rang eines Internationalen Meisters noch nicht erreicht hat, besitzt so gut wie überhaupt keine Rechte. Es darf von ihm verlangt werden, sein Zimmer mit einem ähnlich Unglücklichen zu teilen und für die Reisekosten selbst aufzukommen. Zu ernähren mit Käsestullen, Kaffee 50 Cent extra!“

Da hatten wir doch noch einmal Glück gehabt.

Nun aber zum Blitzturnier. Wir kamen Punkt am Samstag um 11 Uhr in Aue im Kulturhaus an. Nachdem ich immerhin schon ca. 9 Wochen keine Blitzpartie mehr gespielt habe, auch im Internet nicht, war ich mir nicht sicher wie gut ich spielen würde. Immerhin waren 23 Runden zu spielen.

Ohne Karsten Volke waren wir etwas schlechter als bei der Württembergischen Blitz-MM. Durch einen pschologischen Trick mit Bodo an Brett 5 hatten wir die zweitschlechteste Wertungszahl! Ich hatte oft das Gefühl vor allem in meinen Schwarz Partien nicht ganz ernst genommen zu werden.

Denn wie ist es sonst zu erklären, das meine Gegner fast immer nach einer ausgeglichenen Mittelspielstellung, meistens mit Damenindisch und Nimzowitsch Indisch, versuchten die Partie noch mit der Brechstange zu gewinnen. Dadurch verlor ich überhaupt nur 2 Partien mit Schwarz das gelang mir glaube ich selbst bei der Bezirksblitz-MM nicht!

In der ersten Runde verloren wir etwas unglücklich 1,5: 2,5 gegen Ulm. Ich hatte ein Figur gegen Fritz gewonnen. Nach Zeitvorteil für mich nach dem Mittelspiel verlor ich nach ungenauem Spiel in schon unklarer Stellung die Partie noch. In Runde 2 gewannen wir gegen Leipzig (2353 Elo Schnitt!).

Immerhin hatten wir nach 11 Runden schon 11 Punkte während Ulm nur 4 Punkte auf seinem Konto hatte.

Danach gab es dann eine Mittagspause von einer halben Stunde. Laut Hartston „ist der absolut bedeutsamste Faktor der zu Turniererfolgen führt, weder das natürliche Talent noch das Glück oder die gute Kenntnis der Schachtheorie. Es ist die klare, bewusste Einstellung gegenüber der Magen und Darmproblematik und der damit verbundenen Frage was man essen sollte.“ Es hat sich gezeigt das die Konzentration und Aufmerksamkeit bei einem schwer verdaulichen Essen nach der Mittagspause oft nachlassen.

Es gab nur noch Gulaschsuppe, das sollte keine allzu großen Probleme verursachen.

Ich verlor übrigens ab Runde 14 keine Partie mehr! Das lag auch daran dass ich endlich einmal eine Drachenpartie (in der inzwischen selten gespielten B79 Variante) spielen konnte und diese dann auch noch gewann!

In Runde 13 verlor ich gegen Troyke von Erfurt (Endstand 1,5:2,5) das war die einzige Partie mit Schwarz in der ich chancenlos war. Nach einem Figurenopfer in einer englischen Partie bekam Weiß gefährlichen Königsangriff.

In Runde 16 gelang uns ein 2:2 gegen Schöneck (2388).

Gegen Stangl von Bayern München (bester Einzelspieler am 4. Brett mit 19,5 Punkten!) versuchte ich die SOS Neuerung im Königsindisch g3 System mit 6…Se4 die gleiches Spiel verspricht. In einem Endspiel mit Minusbauern stellte ich stellte ich im Endspiel einen Turm ein. Wir verloren 0:4 gegen Bayern München und gegen Porz.

Hier verlor ich gegen Baklan der mich spieltechnisch nicht überzeugen konnte. Ich opferte eine Figur für 2 Bauern und Angriff nach vorsichtigem Spiel von Baklan. Danke guter Verteidigungskunst gewann er die Partie.

Gegen Solingen, mit 2514 nach der Zahl, die stärkste Mannschaft des Turniers, sah es lange Zeit nach einer Überraschung aus. Nach 1,5:1,5 verlor David Ortmann seine Partie gegen Hoffmann etwas unglücklich in Zeitnot. Ich gewann mit Weiß in einer Spanisch Partie gegen GM Naumann. Dieser übersah nach Sc4 eine Wendung nach Dd3 (der Läufer steht auf c2) muss der Springer wieder zurück und nach e5 droht auch noch Dxh7 mit Königsangriff und leichtem Gewinn. Es war Naumanns einzige Niederlage, der normalerweise an Brett 4 spielte, und mit 20,5 Punkten das beste Ergebnis an diesem Brett holte! Wir verloren 1,5:2,5 gegen Solingen.

In der letzten Runde vergab ich gegen Aachen ein Endspiel, mit Mehrbauer im Turmendspiel noch, zum Remis. Das spielte aber keine Rolle mehr wir verloren 0,5:3,5.

So kam ich auf 15 Punkte und Platz 4 in der Einzelwertung. Ich verlor nur eine Partie durch Zeitüberschreitung. Man könnte sagen mit einer gewissen Grundschnelligkeit (gute Zeiteinteilung) kann man auch mit stärkeren Spielern auf Augenhöhe mithalten.

Karsten Schuh vergab nach eigener Aussage zu viele Partien durch einzügige Einsteller, kam aber immerhin noch auf 10 Punkte (Einzelwertung Platz 17).

David Ortmann holte 8,5 Punkte (Einzelwertung Platz 20)

Und Matthias Duppel kam mit 6 Punkten auf Platz 22 immerhin noch vor Heidenfeld aus Ulm. Die Ulmer kamen am Ende auf Platz 22.

Wir kamen am Ende mit 18:28 Punkten immerhin noch auf Platz 16. Für nächstes Jahr sollte das Ziel sein in der ersten Tabellenhälfte zu landen.

Bayern München gewann die Deutsche Blitzmeisterschaft mit 42:4 Punkten vor Porz mit der gleichen Punktzahl. Erwähnenswert ist noch, dass Schenk von Bayern München mit 22 Punkten! das beste Einzelergebnis am 2. Brett holte.

Grüße Peter Bauer